Autor: Admin-DTArchiv

Nachlese zur 17. Zeitreise

Familie war im DTA das Thema des Jahres 2015: realisiert in der Ausstellung „Innenansichten“ im Museum im Deutschen Tagebucharchiv, in der Zeitreise-Lesung „Familienbande“ im Bürgersaal des Alten Rathauses und in der begleitenden Textbroschüre. Insgesamt wählte das Zeitreise- und Ausstellungsteam 50 Tagebücher, Erinnerungen und Briefe aus einem Gesamtbestand von über 5.000 DTA-Dokumenten zum Thema „Familie“ aus, transkribierte erforderliche Textpassagen und setzte sie für die Ausstellung medial und graphisch um. Nachdem die Ausstellung bereits im Juli eröffnet wurde, stellten die Zeitreise-Leseabende im November den Höhepunkt der Beschäftigung mit dem Thema „Familie“ und einen Anziehungspunkt für die Öffentlichkeit dar. Beide Leseabende waren restlos ausgebucht und das Publikum verfolgte das zweistündige Programm mit großem Interesse. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin, Jutta Jäger-Schenk, führte in das Thema ein und Christa van Husen moderierte routiniert das Programm und erhellte die Lebens- und Familienhintergründe der Autoren, was durch Fotos noch verstärkt wurde. Das „Kindertrio“ von Julius Klengel (1859-1933), das die Freiburger Musiker Lorenza Lo Iacono an der Violine, Dilshod Nazarov am Cello und Giovanni Piana am Klavier zwischen den Texten vortrugen, verwob sich mit …

Erstes Buchprojekt

Die 350 Seiten umfassende ‚Verborgene Chronik 1914‘ erscheint im Berliner Galiani Verlag. Dieser erste Band umfasst den Zeitraum Juli 1914 bis Januar 1915 und nahezu jeder Tag dieser Vorkriegsphase und ersten Kriegsmonate wird durch Originalzitate aus Tagebüchern und Feldpostbriefen des Deutschen Tagebucharchivs belegt. Die beiden Münchner Autoren Lisbeth Exner und Herbert Kapfer haben Tausende von Tagebuch- und Briefseiten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs durchgearbeitet und in Form einer Collage von Kriegserlebnissen und -wahrnehmungen von Kriegsteilnehmern und Zivilisten nebeneinander gefügt. Jutta Jäger-Schenk vom DTA wirkte maßgeblich mit an der seit einem Jahr bestehenden Kooperation zwischen Verlag, DTA und den Autoren. Entstanden ist ein spannendes Werk, in dem die Menschen, die den Ersten Weltkrieg selbst erlebt haben, zu Wort kommen. Wolfgang Hörner, der Programmleiter des Galiani Verlags, hat das Projekt angestoßen und das DTA zuvor dreimal zu Recherchen und Arbeitsgesprächen besucht. Eine Arbeitsgruppe des DTA beschäftigte sich rund zwei Jahre lang mit der Erschließung von DTA-Dokumenten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Vorgesehen sind zwei Folgebände, die den weiteren Verlauf und das Ende des Ersten Weltkriegs zum …

Surviving Hitler’s War

Entstanden nach der Auswertung von Dokumenten des DTA: „Telling the stories of mothers, fathers and children in their own words, Vaizey recreates the experience of family life in Nazi Germany. From last letters of doomed soldiers at Stalingrad to diaries kept by women trying to keep their families alive in cities under attack, the book vividly describes family life under the most extreme conditions.“ Kurzbeschreibung übernommen von der Seite des Versandhändlers jpc

Enduring the Great War

Entstanden nach der Auswertung von Dokumenten des DTA: „This book is an innovative comparative history of how German and British soldiers endured the horror of the First World War. Unlike existing literature, which emphasises the strength of societies or military institutions, this study argues that at the heart of armies‘ robustness lay natural human resilience. Drawing widely on contemporary letters and diaries of British and German soldiers, psychiatric reports and official documentation, and interpreting these sources with modern psychological research, this unique account provides fresh insights into the soldiers‘ fears, motivations and coping mechanisms. It explains why the British outlasted their opponents by examining and comparing the motives for fighting, the effectiveness with which armies and societies supported men and the combatants‘ morale throughout the conflict on both sides. Finally it challenges the consensus on the war’s end, arguing that not a ‚covert strike‘ but rather an ‚ordered surrender‘ led by junior officers brought about Germany’s defeat in 1918.“ Beschreibung des Verlags  Cambridge University Press

Museum eröffnet

„Zwei Räume sind mit Vitrinen, Tafeln, Bildern und einem Touchscreen bestückt. Nach einer Idee des ausführenden Stuttgarter Architekten Zlatko Antolovic sind die Vitrinen einmal dem Ort nachempfunden, an dem Tagebücher verfasst werden, nämlich Schreibtischen und einmal dem Ort, an dem sie aufgehoben werden, nämlich Schubladen. Die Korpusse beider Arten von Schauschränken sind dunkelgrau und von sehr klarer, feiner Struktur. Sie lenken nicht ab von den Schätzen, die sich unter den Glasscheiben befinden: Sie sind vielmehr ihr natürliches Bett. Einen sehr benutzerfreundlichen Zugang zu den Dokumenten – ja zum Thema Tagebücher – bietet der Touchscreen in einem der beiden Räume. Hier gibt es Bildergalerien, Videos, eine Übersicht über „Das Archiv in den Medien“ und schließlich die virtuelle Möglichkeit, in einem Tagebuch zu blättern. Dabei fällt noch einmal auf, mit wie viel Liebe zum Detail und Sorgfalt die Menschen über die Jahre hinweg ihre Tagebücher gestaltet haben: Manche sind ausgesprochene Kunstwerke.“ Heidi Ossenberg, Badische Zeitung, 26.11.2014 Nach intensiver Planung und Vorbereitung verfügt das Deutsche Tagebucharchiv seit Ende November 2014 im ersten Obergeschoss des Alten Rathauses über ein …

Denkwerk

Schüler, Lehrer und Geisteswissenschaftler vernetzen sich: Von 2004 bis 2014 förderte die Robert Bosch Stiftung mit „Denkwerk“ Projekte für engagierte Lehrer und Wissenschaftler. Diese erhielten so die Möglichkeit, den Nachwuchs mit spannenden und praxisorientierten Inhalten aus Fächern wie Geschichte, Sprach- und Literaturwissenschaften oder Politologie an Geistes- und Sozialwissenschaften heranzuführen. Bewusst an dieser Schnittstelle zwischen Schule und Wissenschaft angesiedelt, hatte das Projekt „Zeitreisen – Vermittlung von Alltags- und Mentalitätsgeschichte“ zum Ziel, Schüler der 9. bis 12. Klasse an die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit historischen Quellen des Deutschen Tagebucharchivs heranzuführen. Die umfassend aufgearbeiteten Quellenbestände des Archivs aus den vergangenen 250 Jahren ermöglichten den jungen Forschern, aus einer Vielfalt von lebensweltlichen Erfahrungen zu schöpfen. Neben der Universität Freiburg und dem Tagebucharchiv waren an dem für einen Zeitraum von drei Jahren finanzierten Projekt vier Gymnasien aus Freiburg und Umgebung beteiligt: Albert-Schweitzer-Gymnasium Gundelfingen, Erasmus-Gymnasium Denzlingen, Goethe-Gymnasium Emmendingen und das St. Ursula Gymnasium Freiburg. In von studentischen Tutoren intensiv betreuten Kleingruppen erhielten die Schüler die Chance, Einblicke zu erhalten in die Alltags-, Mentalitäts- und Erfahrungsgeschichte jenseits der traditionellen Politikgeschichte oder der Geschichte …

Deutsch-französische Autobiografietage

„100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieg und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieg sind aus Feinden Freunde und Partner geworden“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer bei der Begrüßung der 90 Gäste aus Frankreich, Italien und Belgien zum deutsch-französischen Autobiografietag Anfang Juni 2014 in Emmendingen. Teilweise blinde Begeisterung sei während

Bayrische Familien- und Staats-Chronik

Dieser Artikel ist in Arbeit und deshalb etwas versteckt, wenn er fertig ist, wird er an prominenter Stelle gezeigt. Antiquarisch erworben und dem DTA anvertraut Die vermutlich 1870 zu einem kleinen Buch  gebundenen Seiten in Kurrentschrift bieten nach der Transkription durch Dr. Gertrud Lütgemeier einen Einblick in die Geschichte mehrerer bayrischen Familien und in die Ereignisse im Kurfürstentum Bayern in den Jahren 1700-1779. Rechtschreibung und Handschriften sind gewöhnungsbedürftig und nicht alle Stellen konnten entziffert werden. In der Erlinger/Bicking-Chronik sind leere Stellen und Leerseiten später von anderen Personen mit weiteren Informationen gefüllt worden. Die Chronik in der zweiten Hälfte des Dokuments fasziniert durch die sehr persönliche Sicht des Chronisten auf bekannte Fakten. Das Buch mit der Signatur 4689 enthält drei Teile: Teil I (S. 2-15) 1708-1734 – chronologisch verzeichnete Daten und Verkaufsnotizen verschiedener (?) Familien, ohne Familiennamen Teil II (S. 16-49) Chronik der Familie Erlinger/Bicking, Hofsattler in München 1742 – 1839, umfasst drei Generationen Teil III (S. 50-93) 1770-1779 Chronik des Kurfürstentums Bayern, aufgeschrieben von einem anonymen Zeitgenossen. Sie enthält Notizen zu den Getreidepreisen während der …