Autor: Admin-DTArchiv

Buch mit dem Titel

Die letzten Tage der Diktatur

Mit Die letzten Tage der Diktatur. Spione, Drahtzieher und das Ende der Nazi-Herrschaft widmet sich die Politologin und Autorin Svenja Falk den Wochen zwischen der deutschen Kapitulation im Mai 1945 und der Verhaftung der Regierung Dönitz in Flensburg. Anhand von Biografien, Zeitzeugnissen und bislang wenig beachteten Quellen zeichnet sie eine Übergangszeit nach, in der sich Kontinuitäten und Neuanfänge der Nachkriegsgesellschaft bereits abzeichnen. Für ihre Recherchen nutzte die Autorin auch autobiografische Dokumente aus den Beständen des Deutschen Tagebucharchivs.

Buch mit Titel

Encounters in the Rubble

In Encounters in the Rubble. American Interactions with German Children and Youth in Postwar Germany  untersucht die Historikerin Erica J. Lansberg die Begegnungen zwischen amerikanischen Soldaten und deutschen Kindern bzw. Jugendlichen in der amerikanischen Besatzungszone von 1945 bis 1949. Die Studie richtet den Blick auf Alltagserfahrungen, Hilfsmaßnahmen, Erziehungsvorstellungen und persönliche Kontakte in einer von Zerstörung und Neuordnung geprägten Zeit. Dabei wertet sie persönliche Quellen wie Tagebücher und Erinnerungen ebenso aus wie amerikanische Militärakten. Zu den herangezogenen Quellen gehören auch Dokumente aus den Beständen des Deutschen Tagebucharchivs.

vor einem rot und blauen Hintergrund ein aufgeschlagenes, gelbes Buch, die Seiten dicht gefüllt mit handgeschriebenem Text

Lebensspuren 2025

Ein Lackierer für Droschkenwagen und Särge reist 1925 im Auftrag seiner Firma nach Serbien und ein Student diskutiert 1968 in einer Berliner Wohngemeinschaft über Adorno, Foucault und Hegel. Solche und über 1.000 weitere Tagebücher, Briefe und Lebenserinnerungen, die im Jahr 2025 archiviert wurden, portraitiert die neueste Ausgabe der Lebensspuren. Die Kurzporträts bieten Ausgangspunkte für wissenschaftliche und journalistische Recherchen: von unterschiedlichsten Alltagserfahrungen über Kriegsgefangenschaft und Flucht bis hin zu politischen Diskursen. Dass die Sammlung intensiv genutzt wird, zeigt eine Auswahl von rund 200 Forschungsanfragen, die das Archiv 2025 erreichten. Die Vielfalt der Themen und Herkunft der Forschenden beweist, wie vielschichtig die Dokumente ausgewertet werden. Viel Vergnügen bei der Lektüre!

die Seite des aufgeschlagenen Tagebuchs zeigt vier bunte Aufkleber von Käse und Senfpackungen

„Ich, Europa und das Haar in der Suppe“

Matinee-Lesung Wie erleben Menschen Europa im Alltag? Was schreiben sie über Herkunft, Fremdsein, Begegnungen oder neue Anfänge? Tagebücher aus fünf europäischen Archiven geben darauf sehr unterschiedliche Antworten: Ein junger Kadett ist 1967 mit dem Schulschiff durch europäische Gewässer unterwegs und berichtet über verbale Angriffe auf Reykjaviks Straßen.  Eine 19-Jährige zieht 1979 mit ihrem Verlobten nach Griechenland, „um eine neue Heimat geschenkt zu bekommen, um in der Armut Griechenlands reicher als je zuvor zu werden.“ Eine junge Französin heiratet 1972 einen Deutschen und stellt fest: „Eigentlich hatte nichts und niemand mich darauf vorbereitet…“ Musikalisch wird die Lesung zum Europatag umrahmt von Gabriele Kniesel (Klavier) und Lutz Thormann (Querflöte).

durch die geöffnete Tür des Museums blickt man auf das Foto einer Tagebuch schreibenden, jungen Frau über eine schwarzen Kommode und neben einer schwarzen Texttafel mit weißem Text

Internationaler Museumstag

Am Sonntag, 17. Mai, öffnete das Museum im Deutschen Tagebucharchiv anlässlich des Internatio­nalen Museumstags ab 14 Uhr seine Türen. Wie im vergangenen Jahr waren all diejenigen herzlich will­kommen, die Geschichte einmal anders erleben wollten: persönlich, nahbar und berührend. Der Internationale Museumstag würdigte auch in diesem Jahr Museen weltweit als Orte des kulturellen Ge­dächt­nisses – und genau das macht auch unser kleines Museum so besonders. Denn bei uns stehen nicht große Politik oder Hochkultur im Mittelpunkt, sondern die Spuren gelebten Alltags: die individuellen Stimmen, die handschriftlichen Zeugnisse von Menschen unterschiedlichster Herkunft. Zusätzlich standen im Bürgersaal unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Fragen rund um das Tagebucharchiv zur Verfügung.

ein Stapel älterer Tagebücher teils mit Verschluss

Messy History – englischsprachiger Podcast

Der Podcast „Messy History“ erzählt von historischen Ereignissen anhand einzelner Lebensgeschichten und wird moderiert von Robyn (Geschichtslehrerin) und Thad Thompson (IT-Spezialist) aus Liberty Hill/Texas. Als primäre Quellen dienen ihnen Tagebücher, Autobiografien und andere Zeitzeugnisse, deren Auswertung komplexe historische Prozesse für ein breiteres Publikum zugänglich macht. In der Episode vom 7. April 2026 Preserving the past führen die Moderatoren ein Interview mit Christiane Weinzierl, einer Freiwilligen des Deutschen Tagebucharchivs. Darin wird betont, wie authentisch und emotional Tagebücher im Vergleich zu oft verklärten Memoiren sind, und wie das Archiv durch die Digitalisierung und Transkription historischer Dokumente diese einzigartigen persönlichen Zeugnisse für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich macht. In einem begleitenden Blogbeitrag auf ihrer Website Why you should keep a diary schildern die Thompsons ihre Archivrecherchen im Deutschen Tagebucharchiv. Sie unterstreichen, dass das vorübergehende Eintauchen in das Tagebuch eines anderen Menschen einen einzigartigen Einblick in eine bestimmte Epoche und vergangene Ereignisse ermöglicht. Hören und lesen Sie selbst!

Titelbilder alter Broschüren mit Datenzahlen 1935 und 1946

Tag der Archive

Anlässlich des Tags der Archive am 7./8. März 2026 mit dem Rahmenthema „Alte Heimat, neue Heimat“ kommen hier in ausgewählten Dokumenten aus dem Bestand des Deutschen Tagebucharchivs drei Personen zu Wort.

auf ockerfarbenem Hintergrund von oben nach unten schwarze Textzeilen, die immer länger werden.

27. ZEITREISE

„Noch ist in Millionen Herzen kein Friede“ — Tagebücher 1945–1949 Die 27. Zeitreise ließ in drei Lesungen die unmittelbare Nachkriegszeit eindrücklich lebendig werden. Im Alten Rathaus in Emmendingen und in der Universitätsbibliothek in Freiburg präsentierte das DTA berührende Tagebuchauszüge, die von Hoffnung, Hunger, Verlust und Neubeginn erzählten. Die Beiträge zeigten wie unterschiedlich Menschen das Kriegsende, die Besatzungszeit, die Währungsreform und persönliche Schicksale erlebten. Begleitet von Ingo Hipps nuancenreicher Saxofonmusik entstand für die insgesamt knapp 400 Besucher ein vielstimmiges Bild der frühen Nachkriegsjahre. Wer die Lesung versäumt hat, kann in der begleitenden Broschüre weiter in das Thema eintauchen – erhältlich über unseren Shop: 150 Seiten für 12 € zuzüglich Versandkosten.

Überblick über verschiedene Postkarten mit Motiven aus dem Tagebucharchiv

Wer schreibt, der bleibt…

Das DTA hat eine neue Serie Postkarten aufgelegt – inspiriert von den schönsten Tagebüchern unserer Sammlung. Ideal zum Verschenken, Verschicken oder Selbstbehalten. Die Karten-Sets sind ab sofort über unseren Shop bestellbar. Wer darf sich in diesem Herbst über eine handgeschriebene Postkarte mit echter Briefmarke freuen?

Buchumschlag zeigt ein Kind Seifenblasen pusten vor dem Hintergrund einer zerstörten Stadt

Wie der Sommer 45 die Welt veränderte

In seinem neuen Sachbuch stellt der Historiker Oliver Hilmes die vier ereignisreichen Monate zwischen der deutschen Kapitulation im Mai 1945 bis zur Unterzeichnung der Kapitulation Japans im September in filmisch erzählten Szenen dar. Dabei springt er zwischen den unterschiedlichsten Perspektiven hin und her: Große Politik, Holocaustüberleben, Kultur und der Alltag ganz normaler Menschen. Dieser wird anhand des Tagebuchs der Berliner Hausfrau Else Tietze nacherzählt, welches dem DTA-Bestand entstammt (DTA 1457). Auch die Aufzeichnungen des Potsdamer Ehepaars Annemarie (Musikerin) und Johann Hermann (Physiker) von Duhn (DTA 2211) bereichern mit O-Tönen das Kaleidoskop der Stimmen. Prominente wie Truman, Döblin, Thomas und Klaus Mann und Margot Friedländer durchleben neben unbekannten Menschen diese geschichtsträchtige Zeit und tragen mit ihrem individuellen Blick dazu bei, dass ein atemloses Panorama dieser wegweisenden Zeit entsteht.

die farbigen Umschlagbilder der letzten fünf Lebensspurenhefte

Lebensspuren 2024

Die aktuelle Ausgabe der Lebensspuren präsentiert erneut eine Vielfalt jüngst archivierter Tagebücher, Briefe und Lebenserinnerungen. Zu entdecken sind handschriftliche Anleitungen zur Schuhpflege und Gartenarbeit, Rezepte für alle Lebenslagen, zeichnerische Baupläne, Wetteraufzeichnungen, Pflanzenwissen und Trainingsprotokolle – scheinbar Alltägliches, mit erstaunlicher Genauigkeit festgehalten. Auch Kurioses fehlt nicht: Ein Tierarzt erläutert die „Verdauungsphysiologie von Kaninchen“ und analysiert die „Rätsel des Makrelenzugs“, ein Vulkanologe berichtet über Eruptionen auf den Kleinen Antillen, ein Hobbygeflügelzüchter ringt mit der Launenhaftigkeit seines Federviehs. Die Kurzporträts bieten erste Anknüpfungspunkte für journalistische oder wissenschaftliche Recherchen. Im Anhang findet sich zudem ein Auszug aus rund 200 Forschungsanfragen, die das Archiv im Jahr 2024 erreicht haben – mit Angaben zu Namen, Themen und Herkunft der Forschenden. Diese Übersicht macht sichtbar, wie breit das Material des Tagebucharchivs genutzt wird – und ergänzt die Porträts der Einsendungen um eine Perspektive ihrer späteren wissenschaftlichen Auswertung. Die aktuelle Broschüre Lebensspuren 2024 – hier eine Leseprobe – ist für 7 Euro über das Kontaktformular des Deutschen Tagebucharchivs erhältlich. Viel Vergnügen bei der Lektüre!