Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erster Weltkrieg

Ein elsässisches Schicksal

Angeregt durch ihre Enkelin, „von früher“ zu erzählen stellt die 1924 geborene Herta Siebler-Ferry Gedanken und Erinnerungen zu ihrem langen Leben zusammen: Kindheit und Jugend im Schwarzwald und am Bodensee, Kriegszeit in Straßburg, Rückkehr in den Schwarzwald und Arbeitsleben in Freiburg. Sie übergibt diese und 25 weitere Dokumente aus ihrer Familie dem DTA. Der elsässische Autor Martin Graff erhält für sein Mundarthörspiel „1918 Abschied“ Zugang zu diesen Dokumenten und erzählt die Geschichte der Großmutter May und des Großvaters Paul und ihrer Söhne am Ende des Ersten Weltkriegs in Straßburg. Das Hörspiel wurde am 11.11.2018 um elf Uhr, genau hundert Jahre nach dem Waffenstillstand am 11.11.1918 in Anwesenheit von Herta Siebler-Ferry, in der Kumedi in Riegel vorgestellt. Das Hörspiel finden Sie auch im SWR für ein Jahr zum Nachhören. Die Badische Zeitung veröffentlichte am Samstag, 20. Oktober 2018 den Artikel Das Schicksal des Schwowalades von Bettina Schulte und am Freitag, 2. November 2018 den Artikel Die Geschichte eines Mannes, der seine elsässische Heimat verlor von Martin Graff.

Deutsch-japanische Beziehungen

Ein Auszug aus der Fachzeitschrift „Nichidoku bunka koryushi kenkya (Studien über die deutsch-japanischen Beziehungen)“ Nr. 14 wurde dem Deutschen Tagebucharchiv aus Tokio gesandt. Die Historikerin Aya Puster recherchierte im vergangenen Jahr im DTA und entdeckte die Tagebücher des Seesoldaten Franz L. Dieser wird 1907 nach Tsingtau (Kiautschou) in China eingeschifft und dient dort als Soldat bis zur Eroberung der Kolonie durch die japanische Armee im Herbst 1914. Ausführlich schreibt er über die Geschichte dieser deutschen Kolonie, den Aufbau der Infrastruktur, die militärischen Einrichtungen und die Situation anderer europäischer Kolonien in China. (siehe auch: Bundesarchiv Die Entstehung der Musterkolonie Kiautschou) Die Kopien, die Frau Puster im Tagebucharchiv anfertigte, werden nun im Historischen Archiv des Erziehungsausschusses der Stadt Kurume in Japan aufbewahrt.

eine eng beschriebene Tagebuchseite mit schwer zu lesenden Schriftzeichen

„Immerhin ist es in Tinte geschrieben“

Schwer entzifferbare Schriften schrecken Markus Eisen nicht: unzählige Stunden hat sich der Müllheimer Historiker im DTA mit Originalschriften von Freiburgern aus dem Ersten Weltkrieg beschäftigt. In seinem Beitrag im jüngst erschienen Sammelband des Arbeitskreis Regionalgeschichte in Freiburg „Der Erste Weltkrieg am Oberrhein“ lässt er Zeitzeugen in ihrem individuellen Erleben lebendig werden. Er fand deren Tagebücher im umfangreichen Archiv-Fundus zum Ersten Weltkrieg, transkribierte diese Kurrent-Dokumente in Teilen selbst und stellte dem DTA die Transkriptionen für weitere Recherchen zur Verfügung.

Buchdeckel Zigaretten-Fronten Jonas-Verlag

Recherche zur Zigarette

In den jüngsten, großen Veröffentlichungen zum Ersten Weltkrieg wird die Zigarette allenfalls illustrativ erwähnt. Umso überraschender sind die Fundstellen, die Dirk Schindelbeck bei seinen Recherchen zu „Zigaretten-Fronten – Die politischen Kulturen des Rauchens in der Zeit des Ersten Weltkriegs“ im DTA bei 13 Autorinnen und Autoren aus der Zeit des Ersten Weltkriegs entdeckt hat (aus der Pressemitteilung des Jonas-Verlag). Der Historiker forscht derzeit auch für die beiden weiteren Bände – „Geschmack der weiten Welt“ und „Als die Zigarette giftig wurde“ der auf drei Teile angelegten Veröffentlichung des BMBF-Forschungsverbundes „PolitCIGs – Die Kulturen der Zigarette und die Kulturen des Politischen: Zur Sprache der Produkte im 20. Und 21. Jahrhundert“ im Quellenbestand des Tagebucharchivs.