Alle Artikel in: Veranstaltungen

Autorinnenlesung

Annegret Braun, promovierte Kulturwissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, recherchierte im Deutschen Tagebucharchiv zu Partnersuchenden und ihren Geschichten. Ihr neues Buch ist eine unterhaltsame und erkenntnisreiche Kulturgeschichte der Partnersuche und des Heiratsmarktes der letzten Jahrhunderte bis heute. Lebendige Beispiele aus dem Leben berühmter Persönlichkeiten, aus Heiratsannoncen, Interviews, Briefen und Tagebüchern bereichern das Buch. Die Autorin las auf Einladung des DTA am Dienstag, 28. März 2017 im Bürgersaal des Alten Rathauses Emmendingen aus ihrem Buch Mr. Right und Lady Perfect – Von alten Jungfern, neuen Singles und der großen Liebe. Frau mit Mähdrescher zwecks Heirat gesucht betitelte am Donnerstag, 30. März 2017 die Badische Zeitung ihren Artikel über diese Lesung. (Buchcover ©Lambert Schneider Verlag)

Fremdsein – nicht nur in der Fremde

Rückblick auf die 18. Zeitreise des Deutschen Tagebucharchivs Fremdsein in vielen Facetten war das Thema der beiden Leseabende zur 18. Zeitreise im Deutschen Tagebucharchiv am 18. und 25. November 2016. An beiden Abenden war der prachtvolle Bürgersaal des Alten Rathauses bis zum letzten Platz gefüllt – mit Zuhörern von nah und fern. Jeweils sieben Textauszüge aus Tagebüchern, Erinnerungen und Briefen ab dem 19. Jahrhundert bis ins Jahr 2016 wurden an den beiden unterschiedlich gestalteten Abenden von DTA-Mitarbeitern vorgelesen. Dazu improvisierte das Duo Jazz x 2 mit Regina und Reinhard Stephan an Piano und Trompete passende Jazzmusik. Fremdheit und Integrationsversuche nach Krieg, Flucht und Vertreibung waren ebenso Thema wie der Aufenthalt in einer fremden Kultur, in einer ausbeuterischen Arbeitssituation oder Fremdheitsgefühle innerhalb der Familie. Die Badische Zeitung berichtete über beide Abende. Not oder Neugierde als Vorzeichen, veröffentlicht am Dienstag, 22. November 2016 auf badische-zeitung.de und Fremd – nicht nur in Indien, veröffentlicht am Montag, 28. November 2016 auf badische-zeitung.de. Begleitend zur 18. Zeitreise erschien die Broschüre fremd – bekannt – vertraut – Tagebücher, Erinnerungen & Briefe …

Blick in die Transkriptionswerkstatt

Dr. Gertrud Lütgemeier gab einen Einblick in die Transkriptionsarbeit am Beispiel eines Tagebuchs aus dem 19. Jahrhundert, geschrieben von Friedrich S. (sig.3700), einem lutherischen Pfarrer aus Grimma in Sachsen. Im 19. Jahrhundert schrieb man im deutschen Sprachraum „Kurrent“. Diese Schrift ist schräger als die Sütterlinschrift und hat deutlichere Ober- und Unterlängen. Nun schreibt aber ein Erwachsener selten so, wie er es in der Schule gelernt hat: Seine Handschrift ist – zumal wenn er nur für sich selbst Tagebuchnotizen macht – sehr ausgeschrieben und individuell. Und damit fängt das Problem für die Transkription an. Eine weitere Hemmung sind Namen und Abkürzungen. Geografische Namen kann man mit Glück manchmal mit Hilfe einer historischen Landkarte entziffern. Bei Eigennamen wird man nur Hinweise finden, wenn die Person irgendwie einmal in der Literatur erwähnt wurde oder in einem von Google Books digitalisierten alten Buch vorkommt. Und bei Abkürzungen hilft nur Intuition! Bei ungewöhnlichen, lokal begrenzt gebrauchten oder veralteten Wörtern hilft der alte Herr Duden, dessen digitale Nachkommen oder das berühmte Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm. Diese zusätzlichen Informationen bringe ich …

Nachlese zur 17. Zeitreise

Familie war im DTA das Thema des Jahres 2015: realisiert in der Ausstellung „Innenansichten“ im Museum im Deutschen Tagebucharchiv, in der Zeitreise-Lesung „Familienbande“ im Bürgersaal des Alten Rathauses und in der begleitenden Textbroschüre. Insgesamt wählte das Zeitreise- und Ausstellungsteam 50 Tagebücher, Erinnerungen und Briefe aus einem Gesamtbestand von über 5.000 DTA-Dokumenten zum Thema „Familie“ aus, transkribierte erforderliche Textpassagen und setzte sie für die Ausstellung medial und graphisch um. Nachdem die Ausstellung bereits im Juli eröffnet wurde, stellten die Zeitreise-Leseabende im November den Höhepunkt der Beschäftigung mit dem Thema „Familie“ und einen Anziehungspunkt für die Öffentlichkeit dar. Beide Leseabende waren restlos ausgebucht und das Publikum verfolgte das zweistündige Programm mit großem Interesse. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin, Jutta Jäger-Schenk, führte in das Thema ein und Christa van Husen moderierte routiniert das Programm und erhellte die Lebens- und Familienhintergründe der Autoren, was durch Fotos noch verstärkt wurde. Das „Kindertrio“ von Julius Klengel (1859-1933), das die Freiburger Musiker Lorenza Lo Iacono an der Violine, Dilshod Nazarov am Cello und Giovanni Piana am Klavier zwischen den Texten vortrugen, verwob sich mit …

Museum eröffnet

„Zwei Räume sind mit Vitrinen, Tafeln, Bildern und einem Touchscreen bestückt. Nach einer Idee des ausführenden Stuttgarter Architekten Zlatko Antolovic sind die Vitrinen einmal dem Ort nachempfunden, an dem Tagebücher verfasst werden, nämlich Schreibtischen und einmal dem Ort, an dem sie aufgehoben werden, nämlich Schubladen. Die Korpusse beider Arten von Schauschränken sind dunkelgrau und von sehr klarer, feiner Struktur. Sie lenken nicht ab von den Schätzen, die sich unter den Glasscheiben befinden: Sie sind vielmehr ihr natürliches Bett. Einen sehr benutzerfreundlichen Zugang zu den Dokumenten – ja zum Thema Tagebücher – bietet der Touchscreen in einem der beiden Räume. Hier gibt es Bildergalerien, Videos, eine Übersicht über „Das Archiv in den Medien“ und schließlich die virtuelle Möglichkeit, in einem Tagebuch zu blättern. Dabei fällt noch einmal auf, mit wie viel Liebe zum Detail und Sorgfalt die Menschen über die Jahre hinweg ihre Tagebücher gestaltet haben: Manche sind ausgesprochene Kunstwerke.“ Heidi Ossenberg, Badische Zeitung, 26.11.2014 Nach intensiver Planung und Vorbereitung verfügt das Deutsche Tagebucharchiv seit Ende November 2014 im ersten Obergeschoss des Alten Rathauses über ein …

Deutsch-französische Autobiografietage

„100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieg und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieg sind aus Feinden Freunde und Partner geworden“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer bei der Begrüßung der 90 Gäste aus Frankreich, Italien und Belgien zum deutsch-französischen Autobiografietag Anfang Juni 2014 in Emmendingen. Teilweise blinde Begeisterung sei während